Absender: Doris Raff (C00693)
Erstellungsort: Frankfurt a. M.
Empfänger: Hans von Bülow (C00114)
Datierung: 17. Oktober 1880 (Quelle)
Standort: Bayerische Staatsbibliothek (München)
Signatur: Raffiana IX, Bülow, Hans von Nr. 6
Umfang: 4 Seiten
Material: Papier
Incipit: Lieber Freund!
Beifolgend die gewünschte „Erklärung“.
Veröffentlichung: Kannenberg 2020.

Schickt die vom E. gewünschte "Erklärung" und legt eine weitere Notiz aus der Feder der "Curatoren" bei. Bittet den E. sich wegen Urlaub von Schwarz an ihren Mann direkt zu wenden. Oder Schwarz sage es diesem direkt. Die Klavierlehrer Schwarz, Fälten und Roth stehen hübsch kollegialisch miteinander, dass einer, wenn nötig, Stunden des anderen übernehmen könne. Schwarz spiele Anfang Dezember in einem Konzert des Lehrer-Vereins. In Frankfurt drehe sich alles um die Vollendung des Opernhauses. In drei Tagen komme der Kaiser, um der Eröffnung beizuwohnen, und noch sei ncht alles fertig. Will Zeitungsbericht über die erste Vorstellung schicken. Fragt, ob der E. wirklich Mitarbeiter für "Goldsteun" [?] sei. Grüsse von Toni und Helene.

Lieber Freund! Beifolgend die gewünschte „Erklärung“. Dann lege ich eine kleine Notiz bei, die ebenfalls aus der Feder der „Curatoren“ geflossen ist. Besten Dank daß Sie den Verlust des Syrakuser’s mit so viel Liebenswürdigkeit aufgenommen haben. Ich war derselben, von Seite meines Mannes nicht so gewiß u. theilte ihm den Umfang des malheur’s nicht mit. Darum konnte ich ihm auch Ihre letzte Postkarte nicht zeigen u. Sie müssen so gut sein sich wegen Urlaub des Herrn Schwarz an Raff selbst zu wenden. Oder Sch. braucht es ihm nur zu sagen. Es ist ja ganz zweifellos daß er für die Paar Tage Urlaub erhält. Die 3 Klavierlehrer: Fälten, Roth, Schwarz stehen schon so hübsch collegialisch miteinander, daß Einer dem Anderen die Stunden übernehmen würde – wenn es sich nothwendig machen sollte, was ich nicht glaube. Hr. Schwarz spielt Anfang Dezember in einem Conzert des Lehrer-Vereins hier. Da trifft es sich ja sehr gut, daß er sich vorher von Ihnen „überhören“ lassen kann. Ueber die Besserung Ihrer Nerven freue ich mich natürlich sehr. „Eisen“ ist gewiß gut für Ihren Zustand. Frankfurt dreht sich jetzt nur um die Vollendung des „Opernhauses“! Arbeiter u. Zuschauer wimmeln wie ein Ameisenhaufen in u. um dasselbe. Noch ist nicht Alles fertig u. in drei Tagen kommt der Kaiser um der Eröffnung beizuwohnen! Interessirt es Sie Etwas über die erste Vorstellung im neuen Hause zu hören? – dann schicke ich Ihnen Zeitungsbericht. Sind Sie wirklich Mitarbeiter für „Goldsteun“? Herzlichste Grüße von Schwester Toni, Helene u. Ihrer treuen Freundin Frankfurt D. Raff. d. 17. Okt. 80. copyright Simon Kannenberg


Zitiervorschlag: Raff, Doris: Brief an Hans von Bülow (17. 10. 1880); https://portal.raff-archiv.ch, abgerufen am 14. 7 2026.