2. 9. 1849
Brief an Kunigunde Heinrich
ID: A01823
| Absender: | Joachim Raff (C00695)
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| Erstellungsort: | [Stuttgart] |
| Empfänger: | Kunigunde Heinrich (C00362)
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| Datierung: | 2. September 1849 (Quelle) |
| Standort: | Bayerische Staatsbibliothek (München) |
| Signatur: | Raffiana VII |
| Umfang: | 2 Seiten |
| Material: | Papier |
| Schreibmittel: | schwarze Tinte |
| Incipit: | Liebe Madame Heinrich! Da ich wieder aufstehen und umhergehen kann |
bedankt sich bei der E., für ihre Anteilnahme bzgl. seiner Krankheit und ihre Bereitwilligkeit, seine Angelegenheiten im Falle eines Ablebens zu übernehmen. Was die Angelegenheiten anbetreffe, so sei es nicht nur aus augenblicklicher Dringlichkeit, sondern wegen seiner «gänzlichen Isolirung» geschehen. Wenn der Arzt nicht protestiere, werde er die E. am kommenden Morgen besuchen (nachts werde er wohl für ein paar Mal noch zu Hause bleiben müssen). Habe zwei Bücher von Charles Dickens gelesen, zwei Bände von Cervantes, «Raphael» und «Confidences» von de Lamartine, sowie zwei Bände von Paul [Prosper?] Merimée.
Da ich wieder aufstehen und umhergehen kann, so wende ich mich vor Allem an Sie mit dem Ausdrucke meines wärmsten aufrichtigsten Dankes für die Theilnahme, welche Sie rücksichtlich meiner wankenden Gesundheit gegen mich an den Tag gelegt haben, so wie für die Bereitwilligkeit womit Sie die für den Fall meines Erliegens getroffenen Maßregeln zur Ausführung zu bringen, entschlossen waren.
Wenn ich jene Maßregeln anordnete, so geschah es weniger im Hinblicke auf die augenblickliche Dringlichkeit, wiewohl auch diese leider vorhanden war, sondern insbesondere in Rücksicht auf meine Ihnen bekannte gänzliche Isolirung, und wie nöthig das war beweist schon der einfache Umstand, daß Sie meine Mittwoch um 12 Uhr geschriebenen und versandten Zeilen, erst Abends erhielten, so daß wenn mein Uebel eine gefährlichere Wendung nahm, Ihre lieben Zeilen vom Donnerstag früh bereits keinen Leser mehr fanden.
Von dem böhmischen Wasser, welches ich Ihrer Güte verdanke, habe ich möglichst guten Gebrauch gemacht, und danke Ihnen nochmals speciell dafür.
Wenn der Arzt nicht dagegen protestirt, so besuche ich Sie morgen am Tage (Nachts werde ich wohl für ein paar Mal noch zu Hause bleiben müssen, sofern eine Verkältung bei mir nicht am Platze wäre.) und sage Ihnen selbst, wie sehr ich binganz der Ihrige
Joachim Raff. Sonntag am 2. September 1849.
Anbei die [ «Christwege» ?]. Um die Zeit und die Uebelkeit zu vertreiben laß ich 2 Stücke von Boz (Charles Dickens) 2 Bände von Cervantes, de Lamartines Raphael und Confidences sowie 2 Bände von Paul Merimée .