Absender: Hans von Bülow (C00114)
Erstellungsort: London
Empfänger: Joachim Raff (C00695)
Datierung: 16. Mai 1873 (Quelle)
Standort: Bayerische Staatsbibliothek (München)
Signatur: Raffiana I, Bülow, Hans von Nr. 114
Umfang: 3 Seiten
Material: Papier
Incipit: Verehrtester,
Besten Dank, Verehrtester, für die Zeilen vom 14 d.
Veröffentlichung: Kannenberg 2020.

Werde Heyl sofort zusagen. Brauche Zeit, um das Konzert op. 185 einzuüben. Sei am 27. für Musical Union (Ella) engagiert. Könne daher nicht am 28. in Apolda sein. Habe geglaubt, dass Liszts "Christus" anfangs Juni stattfinden werde. Hartvigson sei ungeduldig auf 5/8 resp 7/8 [op. 179]. "John Bull ist nichts weniger als dumm – er verlangt neues Futter – Hallé der grade so viel Courage hat als exunser Joachim – beweist’s mit den heurigen Programms". Bittet den E., dass dieser ein Exemplar des Konzerts nach München an Welz zuschicke. Wisse noch nicht, ob er zur Aquisition von Tonleitert gratulieren könne. Der E. soll sich bei A. W. erkundigen. Sendet Wagnerprogramm. Fragt, ob das Konzert des E.s von Fettwanstius oder Basilio dirigiert werde.

Besten Dank, Verehrtester, für die Zeilen vom 14 d. Gleichzeitig kam auch Heyls Brief an, dem ich natürlich sofort zusage. Sobald ich nur Zeit genug vor mir habe, Dein Conzert ordentlich in Kopf und Nägel zu bringen, ist mir das Übrige ganz recht. (Ich freue mich näml. „schneeköniglich“ auf Dein Stück – wie man sich auf den ersten Orden freut). Befinden leider noch nicht befriedigend. Wir haben Novemberluft, die Winde sind geradezu eisig. Doch flockts jetzt besser. Mein neuliches zweites Recital hatte so enormen Erfolg in jeder Hinsicht (80 £ netto) daß ich am 22sten ein drittes gebe – vide Beilage. Nun bin ich aber ferner für philh. am 26sten, für Musical Union (Ella) am 27sten engagirt kann also unmöglich am 28 in der Vorstadt von Apolda eintreffen. Ich hatte stets geglaubt, Anfang Juni würde die Aufführung von Liszts Christus erst stattfinden. Trotzdem es eine Hatz gegeben hätte, würde ich mit Vergnügen dem Meister meine Pietät für ihn durch persönl. Theilnahme an den Tag gelegt haben – so wie die Sache jetzt aber „steht, liegt, sich verhält“, gehts schlechterdings nicht an. — Hartvigson dankt für Deinen Gruß und ist sehr ungeduldig auf 5/8 resp. 7/8. — John Bull ist nichts weniger als dumm – er verlangt neues Futter – Hallé der grade so viel Courage hat als exunser Joachim – beweist’s mit den heurigen Programms, wovon ein Dich interessiren dürfendes specimen anbei. Also – ich spiele am 30 Juli Dein Conzert in Wiesbaden – sende eines doch nach München, wohin ich Anfang Juni auf ein paar Ruhetage (?) zu gehen gedenke pr. Adr. Hr Dr vWelz 14 von der Tannstraße. Ginge ich direkt nach Baden, so gebe ich Nachsendungsordre [nach]\in/ München. — Ob ich zur Acquisition von Tonleitert gratuliren kann, weiß ich eben nicht gerade zum Beschwören. Kgl. sächs. Schlampigkeit – dabei noch .... laß Dir von A. W. erzählen, wenn Du ihn \überhaupt/ noch siehst. Mit herzlichen Grüßen Dein treuergebener London, 16 Mai 1873. HvBülow. ◊1Weßhalb ich Dir ein Wagnerconzertprogramm zugesendet, wirst Du auf der Mitte von Seite 22 \daselbst/ erklärt finden. Wird Dein Conzert von Fettwanstius oder von Basilio dirigirt werden? [copyright Simon Kannenberg]



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Zitiervorschlag: Bülow, Hans von: Brief an Joachim Raff (16. 5. 1873); https://portal.raff-archiv.ch, abgerufen am 11. 4 2026.