Joachim Raff (1822–1882)

Severin Kolb, Leiter des Joachim-Raff-Archivs

Joachim Raff beschritt seinen Lebensweg mit äusserster Beharrlichkeit, stets am Puls der Zeit. Er war ein Komponist, der fast alle Gattungen seiner Zeit abdeckte, ein Musikgelehrter und -pädagoge in Personalunion, der hauptsächlich an drei gänzlich unterschiedlichen Orten wirkte und sich den lokalen Gegeben- und Besonderheiten jeweils anpasste, was man nicht zuletzt auch seinem Oeuvre ansieht. In seinem Lebenslauf widerspiegeln sich wohl auch deshalb zahlreiche Facetten der Musikgeschichte des 19. Jahrhunderts. Deshalb lohnt sich eine Auseinandersetzung mit diesem auf den Spielplänen und in der Forschung lange Zeit vernachlässigten Komponisten sehr.

Zahlreiche Aspekte dieses faszinierenden Künstlerlebens, dessen Erforschung bisher weitgehend auf der von Raffs Tochter Helene verfassten Biografie aus dem Jahr 1925 beruhte, wurden zuerst bei der Arbeit an Res Martys Biografie und dann beim Projekt «Joachim-Raff-Archiv» deutlich erkennbar. Raffs Bild wurde durch die Arbeiten der letzten gut zehn Jahre plastischer, die Konturen schärfer. Zu den wichtigsten neu erschlossenen Quellen zählen die etwa zur Hälfte ausgewerteten der gut 3000 registrierten Briefe von und an Raff, zahlreiche neu entdeckte Schriften des Komponisten und das sich verdichtende Geflecht der Stimmen seiner Zeitgenossen. Wir wollen hier versuchen, in gebotener Kürze Raffs Leben und Wirken zu umreissen und wenigstens andeutungsweise in seine Lebenswelt einzubetten.

Geburt, Jugend, Ausbildung und Berufung

Am 27. Mai 1822 kam Joseph Joachim Raff als Sohn des Württemberger Lehrers Franz Joseph Raff und seiner Frau Katharina Schmid in Lachen am oberen Zürichsee zur Welt. Der Vater förderte die vielseitigen Begabungen seines Sohnes mit harten Erziehungsmethoden. So lernte der Knabe bereits in zartem Alter Lateinisch, Griechisch sowie das Violin-, Klavier- und Orgelspiel und zählte stets zu den besten Schülern. Nach dem Gymnasium in Rottenburg am Neckar und zwei Jahren im Jesuitenkollegium Schwyz wurde er Lehrer in Rapperswil, da der beschränkte Etat der Eltern ein Studium nicht erlaubte. Bereits zu dieser Zeit komponierte Raff Klavierstücke, die er zunächst erfolglos an verschiedene Verlage schickte. Doch dann sorgte der damals wohl bekannteste Komponist seiner Zeit, Felix Mendelssohn Bartholdy, dafür, dass Raffs Opera 2–14 beim renommierten Verlag Breitkopf & Härtel erscheinen konnten.

Bestärkt von diesen Erfolgen entschied sich Raff, nach vier Jahren Schuldienst diese Arbeit an den Nagel zu hängen und eine Laufbahn als Komponist einzuschlagen. Sein Klavierspiel war nicht sonderlich gut, weswegen ihm der Weg als Klaviervirtuose und Interpret (und dadurch wichtigster Vermarkter) seiner eigenen Werke nicht offen stand. Mit seiner Entscheidung für das Musikerdasein enttäuschte Raff seine Eltern, die ihren Sprössling lieber als Lehrer oder Geistlichen gesehen hätten – der Bruch mit der Familie liess sich nie mehr völlig kitten. Die Sorge der Eltern war berechtigt: In den nächsten gut zwanzig Jahren führte Raff ein entbehrungsreiches Dasein.

Von der Hand in den Mund: Raffs Wanderjahre

Nach einigen in finanzieller Hinsicht desaströsen Monaten in Zürich nahm Raffs Leben im Sommer 1845 eine jähe Wende, als ihn der Klaviervirtuose und Komponist Franz Liszt nach einem Treffen in Basel als Assistent engagierte und ihn mit nach Deutschland nahm, wo der junge Lachner bei der Organisation der Bonner Beethoven-Feier mithalf – seine unsteten Wanderjahre begannen. Zunächst blieb Raff am Rhein, in Köln, wo er auf Liszts Vermittlung eine Stellung bei den Klavierfabrikanten und Musikalienhändler Eck & Lefebvre erhielt. Auch seine journalistische Tätigkeit setzte zu diesem Zeitpunkt ein: So schrieb er bald für die auflagenstarke liberale «Kölner Zeitung», die gelehrte Musikzeitschrift «Caecilia» sowie Korrespondenzen für die «Allgemeine Wiener Musik-Zeitung». In letzteren legte er sich mit Autoritäten des Kölner Musiklebens um den Musikdirektor Ferdinand Rahles an, und die Affäre uferte in eine in verschiedenen Zeitschriften geführte Schlammschlacht aus. Raff verliess Köln kurze Zeit später.

Über Berlin und Weimar nahm Raff als nächstes Wien ins Visier, wo er beim Verlag Mechetti, der bereits etliche Kompositionen des jungen Komponisten in den Druck genommen hatte, Fuss fassen wollte. Doch Raff gelangte aus unbekannten Gründen nicht bis nach Wien. Stattdessen finden wir ihn nun in Stuttgart, wo er sich wie schon in Zürich als Musiklehrer betätigte. Sein Plan, sich durch ein Studium am Leipziger Konservatorium weiterzubilden, wurde aufgrund Mendelssohns unerwartet frühen Todes durchkreuzt.

In Stuttgart trat neben die weiterhin fortgesetzte Produktion von Klavierstücken die Komposition erster schwergewichtiger grossbesetzter Werke, mit der sich Raff als Autodidakt das Orchester erschloss. Eine Aufführung der Oper «König Alfred» und anderer grösserer Werke kam jedoch nicht zustande, nicht zuletzt da Raff den Kapellmeister Peter von Lindpaintner vor den Kopf stiess. Hier begegnete er auch dem einige Jahre jüngeren Pianisten Hans von Bülow zum ersten Mal, der zu seinem treusten Freund und wichtigsten Interpreten werden sollte. Durch die nach der Stuttgarter Zeit einsetzenden Briefe an seine mütterliche Freundin und wohl Geliebte Kunigunde Heinrich wird Raff zum ersten Mal auch als Person fassbar. Ihr berichtet er in den folgenden Jahren ausführlich über sein Leben in Liszts Umfeld. Auch in Stuttgart lebte Raff über seinen Verhältnissen, verliess die Stadt wegen seiner Schulden in einer Nacht- und Nebelaktion und gelangte nach Hamburg, wo er beim Verlag Julius Schuberth eine Stellung erhielt.

Bei seinem Besuch in der Hansestadt nur ein paar Wochen später lud Franz Liszt Raff erneut ein, für ihn zu arbeiten. Dieses Mal sagte Raff zu, obwohl er in Hamburg zum ersten Mal seit der Aufgabe seiner Rapperswiler Stellung eine finanziell stabile Lage genoss – die Hoffnung auf einen Durchbruch als Komponist in Weimar war zu verlockend.

«Silbernes Zeitalter» aus nächster Nähe: Raffs Weimarer Phase

So reiste Raff im Dezember 1849 zuerst nach Bad Eilsen, wo Liszt mit seiner Partnerin Carolyne zu Sayn-Wittgenstein zur Kur weilte. Er sollte Liszt, der sich in Weimar niedergelassen hatte und sich seiner Karriere als Kapellmeister und Komponist widmen wollte, als Assistent behilflich sein, Korrespondenzen führen, Manuskripte ordnen und rein schreiben, sowie bei Instrumentationen und Korrekturen mithelfen. Wie weit Raffs Einfluss auf Liszts Schaffen reicht, wurde kontrovers diskutiert, das letzte Wort ist allerdings noch keineswegs gesprochen.

Im Januar 1850 machte sich Raff auf den Weg ins Weimar des «Silbernen Zeitalters», ins Zentrum der «Fortschrittspartei» um Liszt. Hier verhalf Liszt dem Werk Richard Wagners, der durch seine Beteiligung an den Dresdener Aufständen steckbrieflich gesucht wurde und im Zürcher Exil lebte, zum Durchbruch im deutschen Raum und propagierte auch die Werke von Hector Berlioz. In diesem kulturell überaus anregenden Umfeld setzte sich Raff intensiv mit den aktuellen musikalischen Strömungen auseinander. So führte er seine publizistische Tätigkeit in den «Signalen für die musikalische Welt», der «Deutschen Allgemeinen Zeitung», der «Illustrirten Zeitung», im «Weimarischen Jahrbuch für Sprache, Litteratur und Kunst» und in der «Weimarischen Zeitung» fort. Als Korrespondent für die «Neue Zeitschrift für Musik», welche sich die Ideale der «Neudeutschen» auf die Fahne geschrieben hatte, setzte er sich ab 1853 intensiv und keineswegs unkritisch mit Wagners Bedeutung für die Gegenwart und Zukunft auseinander. Auch viele seiner Werke jener Zeit bezeugen die Auseinandersetzung mit Wagner (insbesondere das musikalische Trauerspiel «Samson», eines der ersten Musikdramen überhaupt). Besonders beeindruckt zeigte sich Raff jedoch von Berlioz, der mehrfach in Weimar zu Besuch war (z.B. die dramatische Kantate «Dornröschen» zeigt dessen Einfluss deutlich). Gleichzeitig komponierte Raff mit seinen Klaviersuiten, bei deren Wiederbelebung er eine zentrale Rolle spielte, auch Werke mit historistischen Tendenzen.

In die Weimarer Zeit Raffs fallen erste bedeutende Aufführungen seiner Werke. Besonderes Aufsehen erregte die grosse heroische Oper «König Alfred» am Weimarer Hoftheater. Seine Kammermusik schneiderte er den namhaften Musikern, die Franz Liszt um sich geschart hatte, auf den Leib. Diese brachten die Werke wiederum in privatem Kreis zum Erklingen und nahmen sie auf Konzertreisen mit. Auf diesem Weg gelang es Raff, sich ausserhalb Weimars sukzessive einen Namen zu machen. Nachdem er sich einige Jahre aus dem Musikalienmarkt zurückgezogen hatte, half auch eine konzertierte Herausgabe von Liedern bei mehreren Verlagen bei der Verbreitung seines Namens.

Doch auf die anfängliche Euphorie folgte bald die Ernüchterung. Spätestens seit 1853 liebäugelte Raff mit der Abreise aus Weimar. Sein Verhältnis zu Liszt verschlechterte sich zunehmend, und er steigerte sich in eine Art – man kann es kaum anders bezeichnen – Verfolgungswahn. Differenzen in ästhetischen und künstlerischen Fragen traten schon in den 1840er Jahren auf: Raff konnte als in der Tradition Hegels und Vischers stehender Gelehrter die musikphilosophischen und ästhetischen Ansichten Liszts oder Wagners nur bedingt ernst nehmen. Dazu kam die Enttäuschung über den ausbleibenden Aufstieg auf der Karriereleiter. Mehrere Bewerbungen für Stellen in und ausserhalb Weimars blieben erfolglos, die Dissertation zum «Samson»-Stoff parallel zum Opernprojekt blieb liegen. 1855 musste Raff aus finanziellen Gründen bei der Familie seiner Braut einziehen, und die Arbeiten für Liszt, dessen Orchesterwerke er gering schätzte, nahmen einen grossen Teil seiner Zeit in Anspruch. Und ausserhalb Weimars galt er zu seinem Verdruss trotz aller Differenzen zu seinem Brotherren als Schüler Liszts.

Titelblatt von Raffs kontrovers aufgenommenem Buch «Die Wagnerfrage», 1854.

Von dieser Verbitterung berichten die Briefe Raffs an seine Verlobte Doris, die Tochter des Hoftheater-Regisseurs und Goethe-Freundes Eduard Genast. Nach und nach lösen die Briefe an diese aufstrebende Schauspielerin jene an Kunigunde Heinrich ab. Im Sommer 1853 konnte sich Raff mit ihr verloben. Kurze Zeit später trat sie jedoch Gastspiele an und liess sich in Wiesbaden nieder. Diese Fernbeziehung verursachte einen hunderte von Seiten umfassenden Briefwechsel, der Raff nolens volens zu einem Kronzeugen des Weimarer «Silbernen Zeitalters» machte. Bald trat der Bruch Raffs mit dem Liszt-Kreis auch nach aussen: So wurde die scharfzüngige Schrift «Die Wagnerfrage» von 1854 im Kreis um Liszt einseitig als anti-wagnerianische Polemik wahrgenommen. Ein Aufsatz Raffs über Mozart anlässlich dessen 100. Geburtstags kam im Januar 1856 hingegen einem offenen Bruch mit den Liszt-Schülern gleich. Die Situation wurde untragbar für Raff. Aufführungen mehrerer Werke Raffs in Wiesbaden im Sommer 1855 ebneten jedoch den Weg für seine Übersiedlung ins Nassauische.

Aufstieg zu den Grossen: Raffs Wiesbadener Zeit

Für 21 Jahre siedelte sich der junge Komponist nun in Wiesbaden an, wo seine Braut Doris Genast seit 1853 am herzoglich-nassauischen Theater mit beachtlichem Erfolg als Schauspielerin wirkte. In der rasant wachsenden Kurstadt fand Raff völlig neue Zustände und damit auch Produktionsbedingungen vor. Im Vergleich zur kunstbegeisterten Fürstenfamilie Weimars war das Nassauische Geschlecht der Kunst weniger hold. Stattdessen boten sich in der Kurstadt, in der die Reichen und Schönen des Jahrhunderts den Sommer verbrachten, Kurkonzerte besuchten und ihre hohen Töchter Klavierunterricht nehmen liessen, andere Erwerbsmöglichkeiten.

In den ersten Jahren bestritt Raff seinen Lebensunterhalt mit Unterricht sowie der Korrespondenz für Zeitungen (vor allem die «Nassauische Zeitung») und Zeitschriften und setzte auch seine kompositorische Tätigkeit unermüdlich fort. Zu dieser Zeit werden die Quellen, die aus seinem Privatleben berichten, seltener und seltener. Nur wenn sich Raff auf eine Reise begab oder sich die oft kränkelnde Doris in Kur oder auf Familienbesuch in Weimar befand, setzte sich der Briefwechsel fort. Auch die intensive briefliche Korrespondenz mit Hans von Bülow ist eine Ausnahme, leider ist ein grosser Teil der Briefe Raffs verschollen. Aus den vorhandenen Quellen lässt sich ablesen, dass aus dem «Stürmer und Dränger» und «Spinozisten» der Weimarer Phase allmählich ein ziemlich sesshafter Gatte, Vater einer Tochter namens Helene und geachteter Bürger wurde, der in den Schoss des Katholizismus zurückkehrte. Aus dem häuslichen Alltag der letzten Lebensjahre berichtet Helene in der Biografie über ihren Vater sowie in ihrer Autobiografie. Die zahlreicher werdenden Geschäftsbriefe geben hingegen wenig Einblick in sein Privatleben, viel hingegen in die Genese und Publikationsgeschichte seiner Werke.

Mit der Zeit gelang Raff der Durchbruch als Komponist dann doch noch: Ab 1859 gab der Verlag Julius Schuberth eine grössere Reihe an Kammermusikwerken Raffs heraus, seine Sinfonie Nr. 1 «An das Vaterland» gewann 1862 einen Preis der Wiener Gesellschaft der Musikfreunde. Diese Erfolge erlaubten es Raff, nun in hohem Tempo gewichtige Werke bei unterschiedlichen Verlagen unterzubringen, denen er jeweils neben einem grösseren mehrere (wohl lukrativere) kleine (Klavier-) Stücke zum Verlag gab. Spätestens nach dem massiven Erfolg seiner Sinfonie Nr. 3 «Im Walde» op. 153 stritten sich die bekanntesten Verlage um die Herausgabe Raff’scher Werke – und er erfüllte in der ersten Hälfte der 1870er Jahre in einem fast unheimlichen Tempo deren Wünsche. Zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen machten Raff zu jener Zeit in der Musikwelt omnipräsent. Unter diesen Vorzeichen mutet es seltsam an, dass Raff auf dem Feld der Oper kein Erfolg beschieden war: Von seinen vier komischen Opern aus Weimarer und Frankfurter Zeit wurde nur «Dame Kobold» – und zwar ohne grossen Erfolg – aufgeführt.

Trotz seinem Höhenflug als freischaffender Komponist versuchte Raff mehrfach, eine feste, renommierte Anstellung an einer Institution zu erhalten. Als 1877 ein Direktor für das neu gegründete Hoch’sche Konservatorium in Frankfurt a. M. gesucht wurde, fiel die Wahl auf Raff, und er nahm die Stelle mit viel Elan an.

Endlich eine Stelle: Raffs letzte Jahre in Frankfurt a. M.

Bereits in den ersten Jahren seines Bestehens erwarb sich das Hoch’sche Konservatorium einen internationalen Ruf, nicht zuletzt weil Raff bekannte und respektierte Musikerpersönlichkeiten (u.a. Clara Schumann und Julius Stockhausen) unter erheblichem finanziellen Aufwand ans Institut holte. Hans von Bülow, Franz Liszt und Johannes Brahms besuchten das Institut und gaben Konzerte. Raff selbst unterrichtete eine Kontrapunkt- und eine Kompositionsklasse, unter seinen Schülern fanden sich Komponisten wie Edward MacDowell, Algernon Ashton und George Templeton Strong.

Joachim Raff (Stich nach einer Fotografie von Mondel & Ja­cob, um 1865).

Trotz der starken Arbeitsbelastung fand Raff Zeit für neue Kompositionen. In einigen Fällen vertonte er Texte seiner Tochter Helene (Pseudonym: Helge Heldt), die später eine bekannte Schriftstellerin werden sollte, so die Kantate «Die Sterne», die Konzertante «Die Tageszeiten» (eine Kreuzung aus Kantate und Klavierkonzert), der Liedzyklus «Blondel de Nesle» sowie eine schlussendlich nicht ausgeführte Oper «Die Vandalen». In Frankfurt vollendete Raff den Zyklus seiner vier «Jahreszeiten»-Sinfonien und schrieb vier Ouvertüren zu Shakespeare-Stücken, die einen unerwartet dramatischen Tonfall anschlagen. Mit dem Oratorium «Welt-Ende – Gericht – Neue Welt», das auf der biblischen Johannes-Offenbarung beruht und je einen instrumentalen Satz zu jedem der vier apokalyptischen Reiter enthält, bediente Raff das zuvor relativ stiefmütterlich behandelte Feld der geistlichen Musik.

Ein Zerwürfnis mit dem Kuratorium des Konservatoriums, verursacht vor allem durch einen eskalierten Konflikt mit dem berühmten Sänger und Gesangslehrer Julius Stockhausen, belastete seine Tätigkeit in den letzten Lebensjahren. Auch gesundheitlich war Raff angeschlagen, er litt unter Erstickungsanfällen. Kurz nach seinem sechzigsten Geburtstag, in der Nacht vom 24. auf den 25. Juni 1882, erlag Raff in seiner Wohnung einem Herzinfarkt.